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Jasmin in the Web

Inglourious Basterds – Die Strudel-Szene

‚Ah, Landa, da sind Sie ja.‘ – So beginnt die Sequenz, in der Emmanuelle Mimieux, besser bekannt als Shosanna Dreyfus, nach vielen Jahren wieder auf den Mann trifft, der ihre ganze Familie ausgelöscht hat.

Sie befinden sich in einem Privatzimmer eines vornehmen Restaurants. Die Kamera schwenkt auf Emmanuelle zu, so dass diese im Zentrum des Bildes steht. Im Hintergrund sieht man verschwommen das restliche Restaurant. Links und rechts neben ihr stehen zwei Männer, die eine Art Rahmen bilden und sie damit einschliessen. Rahmen scheinen in diesem Film eine wichtige Rolle zu spielen. Angefangen von der Szene ganz am Anfang des Filmes, in der ein Leintuch zur Seite gehoben und damit der Vorhang für die Nazis geöffnet wird, bis zu der jetzigen.

Landa blickt stehend zu Emmanuelle hinunter und seine Überlegenheit wird einem  bewusst, ohne dass er etwas sagen muss. Die nahe Kameraeinstellung ermöglicht dem Publikum jede Gemütsregung in Emmanuelles Gesicht zu bemerken und so steigt die Spannung, als sie sich an die letzte Begegnung mit Landa zurückerinnert.

Während den Szenen läuft unüberhörbar eine immer lauter werdende Trommelmusik, die aus dem Horrorfilm ‚The Entity‚ stammt. Durch diese Musik wirkt die Szene umso spannender und als Zuschauer erwartet man fast schon, dass etwas geschieht.

Nach der Rückblende verschwindet die Musik abrupt und Landa bleibt mit Emmanuelle alleine zurück. Die einzigen Geräusche die man hört, sind durch Landa oder Emmanuelle selbst erzeugt worden; sonst ist es still. Die Kameraeinstellung wechselt nun ins Schuss-Gegenschuss-Prinzip, wobei teilweise über die Schulter des Zuhörenden gefilmt wird. Es ist nicht zu übersehen, dass sich Emmanuelle zu Tode fürchtet; etwa durch das stetige Vermeiden von Blickkontakt. Landa dagegen ist die Freundlichkeit in Person und bemüht sich Emmanuelle zu beruhigen, wobei er den Satz ‚Das hier ist eine reine Formalität‘ verwendet, was eine Anspielung auf das Gespräch mit dem französischen Bauern LaPadite ganz am Anfang des Filmes ist.

Eine weitere Anspielung passiert, als Landa, neben dem Strudel, ein Glas Milch für Emmanuelle bestellt. Wenn man beachtet, dass Emmanuelle auf einem Milchbauernhof aufgewachsen ist und auch auf einem solchen ihre gesamte Familie von Landa umgebracht wurde, erscheint diese Aktion etwas irritierend.

Als der Strudel endlich auf dem Tisch steht, scheint sich Emmanuelles Nervosität zu legen. Ohne sich daran zu stören den Mund voll zu haben, führt Landa sein ‚Gespräch‘ mit Emmanuelle weiter, wobei dieses mehrheitlich daraus besteht, dass er sie etwas fragt und sie mehr oder weniger freiwillig darauf Antwort gibt.

Nachdem er ihr eine Zigarette angeboten, fällt ihm plötzlich auf, dass er sie noch etwas fragen wollte. Die Kamera fährt langsam zu seinem Gesicht heran und bleibt schliesslich in einem Close-up stehen. Sein Gesicht wird plötzlich ernst, genauso wie dasjenige von Emmanuelle.

‚Es gab noch etwas, was ich Sie fragen wollte, aber es fällt mir beim besten Willen nicht ein. Wird wohl nicht so wichtig gewesen sein.‘

Und schon hat Landa wieder seine überaus freundliche Miene aufgesetzt und verabschiedet sich von Emmanuelle, nachdem er seine Zigarette im halbgegessenen Strudel ausgedrückt hat. Emmanuelle bleibt alleine im Restaurant zurück und bricht in Tränen aus.

Wer durch die vielen Anspielungen Landas, etwa die mit der Milch oder mit dem Satz ‚Dies ist eine reine Formalität‘, sein Spiel noch nicht durchschaut hat, dem wird mit dieser letzten Aktion auf jeden Fall klar, dass er weiss, wer sie ist. Er hätte die Möglichkeit sie in diesem Moment auffliegen zu lassen, doch er spielt lieber weiter mit seiner Macht und lässt sie mit ihrer Verzweiflung zurück.

Die Sequenz spielt in einem nobel eingerichteten Restaurant, das in ein helles, warmes Licht getaucht ist. Eigentlich nicht ein Schauplatz, den man wählen würde, um jemanden auffliegen zu lassen. Aber es passt sehr gut zu Landas ‚perfekter‘ Person, die er gegen aussen zu sein versucht. Auch seine Anspielungen würde ein Ausstehender als freundliches Benehmen abstempeln. Und so bleibt Emmanuelle nichts anderes übrig, als mitzuspielen, um sich nicht selbst zu verraten.

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Let’s Pay

Farmville, Hay Day. Jeder kennt sie und hat bestimmt schon einmal eines dieser Spiele auf seinem Smartphone gehabt. Die Spiele sind im Grunde genommen alle identisch; man klickt auf Dinge und wartet, bis man sich etwas verdient hat, von dem man sich dann neue Dinge kaufen kann. Ganz simpel eigentlich und dazu scheinbar noch kostenlos.

Doch ganz so simple ist es dann doch nicht. Im Text „Let’s Pay“ von Klarbella Kuh beschreibt sie, was wirklich hinter den scheinbar kostenlosen Spiele steckt.

Werbelügen gibt es in der Branche der Browsergames viele. Doch die wichtigste ist wohl, dass die Spiele nichts kosten. Dass man überhaupt Geld brauchen könnte, um die Games zu spielen, soll auf gar keinen Fall erwähnt werden. Mit dem Geld, das im Text als ‚Premiumwährung‘ bezeichnet wird, soll man lange Wartezeiten abkürzen können. Einige Items können gar nicht ohne den Einsatz von ‚Premiumwährung‘ angeschafft werden, aber das wird einem vorher natürlich nicht mitgeteilt. Denn wenn die Leute ein Item im Shop erst vor sich haben, können sie fast gar nicht anders als es zu kaufen. So sind viele der Pressemeldungen, die aussehen als würde das Unternehmen mit Süssigkeiten um sich werfen, eigentlich nur eine Masche, um möglichst viel Umsatz zu erzielen.

Die Unternehmen versprechen den Menschen, dass sie die Besitzer ihrer Spielwelten sind. DEIN Bauernhof, DEIN Zoo, DEINE Stadt. In Wirklichkeit liegt allerdings alles auf den Servern der Unternehmen und die Spieler machen davon nur temporär Gebrauch. Das merken diese allerdings erst, wenn ein Spiel eingestellt wird und alles, was der Spieler aufgebaut hat, weg ist. Denn vom Ende spricht niemand; die Unternehmen lassen die Spieler im Glauben, dass ein Game für immer weiter geht. Neue Items zu gebrauchen, ist auch etwas, das die Spieler lieben. Deshalb bekommen erfolgreiche Spiele immer weiter Updates, während unbeliebte kaum weiterentwickelt werden. Einige Spiele sind schon so gefragt, dass es schwierig wird neuen Inhalt herauszubringen.

Werbungen im TV sind auch etwas, wovon die Unternehmer regen Gebrauch machen. Aufwendige 3D-Animationen sollen beim Kunden mithilfe von süss aussehenden Charakteren und tollen Geschichten Sympathie wecken. Die Grafik von den eigentlichen Spielen ist allerdings weit von diesem Spektakel entfernt; die Werbung zeigt kein einziges Bild, dass originalgetreu aus den Spielen stammt.

Jedem Entwickler ist klar, dass der kommerzielle Gedanke im Vordergrund steht und dass es nur darum geht, einen möglichst hohen finanziellen Erfolg zu erreichen. Neue Spielmechaniken sind nicht gewünscht, von den Entwicklern wird verlangt, mit dem zu arbeiten, was sich bewährt hat. So sind Gamedesigner vor allem damit beschäftigt, Statistiken auszuwerten. Die Beta-Phase eines neuen Spieles besteht deshalb hauptsächlich daraus, die Spiele so zu optimieren, dass den Kunden möglichst viel Geld aus den Taschen gezogen wird. Die Designer betreiben experimentelle Psychologie zur Gewinnmaximierung. Die Kunden sollen nicht zu früh aufgefordert werden etwas zu zahlen, sonst springen sie ab. Denn je länger man sich mit einer Sache beschäftigt, desto schwieriger wird es, davon wieder wegzukommen.

Ein Teil der Spieler beklagt sich, dass die Games immer teurer werden, der andere verteidigt die Unternehmen. Sie müssten schliesslich ja auch von etwas leben. Was sie aber nicht zu wissen scheinen: die Unternehmen machen Millionenumsätze und der Gewinn ist die oberste Priorität. Die offizielle Aussage der Unternehmen ist immer gleich: Niemand sei gezwungen, Geld auszugeben. Die Leute beschweren sich. Sie fühlen sich abhängig. Statt abends vor dem Fernseher zu sitzen, klicken sie sich durch ihre virtuellen Farmen.

Natürlich gibt es bessere Spiele. Spiele, die ganz kostenlos sind oder solche, bei denen man einmalig einen kleinen Betrag bezahlen muss. Aber wollen die Spieler das überhaupt wissen?

Ist Blau wirklich Blau?

Stellt euch einmal folgende Situation vor: Zwei kleine Mädchen kleiden ihre Puppen neu ein. Obwohl es viele verschiedene Anziehsachen gibt, wollen beide das gleiche Kleid. ‚Ich bekomme das Kleid, weil dunkelblau MEINE Lieblingsfarbe ist‘, verlangte das eine Mädchen. ‚Du lügst! Das Kleid ist violett und du weisst ganz genau, dass das MEINE Lieblingsfarbe ist‘, quengelte das zweite Mädchen. Welches Mädchen sieht nun wohl die ‚richtige‘ Farbe? Denn beide sind der festen Überzeugung, dass sie recht haben.

Wenn man vor so einer Frage steht, kann man von der einen auf die andere Sekunde seine ganze Wahrnehmung in Frage stellen. Ist dieser Apfel wirklich so rot, wie ich ihn mir  vorstelle oder sieht ihn jemand anderes vielleicht grün?

Oder das Wasser. Jedes Kind weiss, das Wasser (normalerweise) blau ist. Aber was ist schon ‚blau‘. Das Wort ‚Blau‘ muss ja nicht für alle Menschen die genau gleiche Farbe sein. Es könnte ja sein, dass jemand das Wasser gelb sieht, aber da man ihm immer eingetrichtert hat, dass Wasser blau ist, bezeichnet er die Farbe Gelb einfach als Blau.

Vor gut zwei Jahren spaltete eine Frage fast das gesamte Internet: Ist das Kleid gold und weiss? Oder doch blau und schwarz? Millionen von Menschen rätselten um die Wette und egal wo man hin kam, die Frage nach der Farbe des Kleides, war das Gesprächsthema Nummer 1.

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Nun kursiert ein neues Foto durchs Netz und stellt die Menschen noch einmal vor dasselbe Rätsel: Welche Farbe haben diese Flip Flops? Es ist wieder die gleiche optische Täuschung, die die Menschen verzweifeln lässt.

Laut dem Neurowissenschaftler Bevil Conway, spielt die schlechte Bildqualität des Fotos eine grosse Rolle, denn dadurch bekommt das Gehirn zu wenig Informationen, um die Farbe präzise einzuordnen. Je nachdem, von welcher Lichtsituation das Gehirn ausgeht, so nimmt es eine Farbkorrektur an. So sehen beispielsweise die, die sich das Kleidungsstück unter einem blauen Himmel vorstellen, das Kleid weiss mit goldenen Streifen. Diejenigen, die das Kleid blau und schwarz sehen, gehen von einem strahlenden und orangefarbenen Licht aus.

Daraus könnte man also schliessen, dass jeder Mensch Farben ein wenig anders sieht. Jemand anderem zu erklären, wie man selbst die Farbe ‚Rot‘ sieht, ist in etwa so schwierig, wie den Geschmack einer Tomate zu erklären, ohne dabei das Wort ‚Tomate‘ zu verwenden. Denn der Bestandteil jeder Sinneswahrnehmung ist ein vollkommen persönlicher Eindruck, der fast unmöglich zu erklären ist. Im Fachsprache nennt man diese Bewusstseinsforschung auch ‚Qualia‚.

Farben können auch mit Erinnerungen verknüpft sein, wie Riya in ihrem Blogeintrag beschriebt, der mir auch als Inspiration gedient hat. Ich bin lange davon ausgegangen, dass jeder Mensch alles genau wie der andere sieht, denn das wäre ja eigentlich auch logisch. Nachdem ich mich allerdings etwas mit dem Thema beschäftigt hatte, ist mir klar geworden, dass das Beispiel der zwei Mädchen, die sich um die Farbe des Kleides streiten, sicherlich kein Einzelfall ist.

Tetris, Candy Crush & Co.

Von dem Spiel ‚Tetris‘ hat wahrscheinlich jeder schon einmal gehört. Es kam 1984 auf den Markt und wurde bis heute millionenfach verkauft. Auch Spiele wie ‚Candy Crush‘ oder 2048 gehören in die selbe Kategorie.

Wenn man morgens um 7 Uhr im Zug sitzt, kann man vielen Menschen dabei zusehen, wie sie hochkonzentriert auf ihren Smartphones herum tippen. Sie sind so in ihr Tun vertieft, dass sie manchmal gar nicht bemerken, dass der Zugbegleiter vor ihnen steht und gerne ihr Ticket kontrollieren möchte. Man fragt sich, was die Menschen so fasziniert, dass sie alles um sich herum vergessen.

Die Antwort sind die vielen Handyspiele, die unsere Welt erobert haben. Sie sind so einfach herunterzuladen, dass sogar Leute, die nicht viel von Smartphones verstehen, davon Gebrauch machen können. Man braucht keine neuen Spielkonsolen zu kaufen oder sich mühselig einen Account zu erstellen. Meistens ist mit dem Herunterladen die Arbeit schon getan und der Spass kann sofort beginnen.

Auch sind die Spielregeln meist so simpel, dass man sie nach eine paar Minuten schon intuitiv anwendet. Was diese Spiele weiter so einzigartig macht, ist das einfache Spielziel. Wie etwa ‚Candy Crush‘; da gilt es mindestens drei identische Steine aneinander zu reihen, um weiterzukommen. Je höher das Level, desto schwieriger wird es dieses Ziel zu erreichen. Als Spieler mag man sich das natürlich nicht einfach eingestehen und so ist der wohl meist gedachte Satz der ‚Candy Crush‘- Spieler: „Das kann doch wohl nicht so schwer sein“.

Wirft man nun etwas Spannung, eine Prise Einfachheit und zum Schluss noch eine gute Spielidee in einen Topf, erhält man ein Spiel wie Tetris, das Tausende von Menschen in seinen Bann zieht. Ein Level des Spiels dauert meist so kurz, dass man es gut zwischen durch spielen kann. Etwa um sich die Zeit zu vertreiben, wie die Menschen im Zug.

Auch ich stehe jeden Morgen vor der Frage, ob ich meine Reisezeit mit Spielen verbringen möchte oder nicht. Manchmal ist dies auch der Fall und ich gehöre zu denen, die fasziniert auf ihren Smartphones herum tippen.

Doch noch viel lieber schaue ich ihnen dabei zu. Denn die Mischung aus Konzentration, Befremden, Zufriedenheit, aber manchmal auch Ärger auf ihren Gesichtern, ist einfach göttlich anzusehen.

Entscheidungen über Entscheidungen

„Oft bezeichnen wir Hingabe an Spielerlebnisse als »Eskapismus«, als passiven Rückzug aus der Wirklichkeit. Doch […] Spiele können eine sinnspendende, wohlüberlegte, aktive und vor allem eine äußerst nützliche Flucht sein können. […] Viele Gamer haben bereits herausgefunden, wie sie die immersive Kraft von Spielen nutzen können. Sie hungern nach einer befriedigenden Arbeit, nach einem stärkeren Gemeinschaftsgefühl und einem bedeutungsvolleren Alltag. Die Spiele befriedigen diesen Hunger und helfen ihnen, sich davon abzulenken. Die Welt verbringt momentan jede Woche mehr als drei Milliarden Stunden mit Spielen. Ja, wir haben Hunger. Und die Spiele ernähren uns. Folglich stehen wir vor einer wichtigen Entscheidung. Wir können weiterleben wie bisher und unseren großen Hunger mit mehr und mehr Spielen stillen.“ (Von ‚Die zerbrochene Wirklichkeit‘, Jane McGonigal)

Oder wir hören ganz einfach auf. Diese Entscheidung liegt bei jedem einzelnen von uns.
So einfach sie klingt, so schwierig ist sie in der Ausführung.
Wollen wir wirklich unsere wundervolle Welt aufgeben, in der wir all die Macht und Gemeinschaft spüren und sie gegen die ‚langweilige‘ Realität eintauschen? All die hart erkämpften Siege einfach wegwerfen und noch einmal neu beginnen?

Nicht mit einem neuen Spiel; offline, in der Wirklichkeit.
Es gibt keine vorgeschriebenen Geschichten mehr. Nun sind wir am Zug unsere eigene Geschichte zu schreiben. Was würden wir wohl tun?

Wir würden wahrscheinlich so beginnen, wie wir es uns aus den Spielen gewohnt sind. Zuerst werden wir uns einen Überblick verschaffen. Dann werden wir beginnen, uns eine Strategie zu überlegen. Wir werden schnell merken, dass sich die Spielwelt und die Realität gar nicht so unähnlich sind.

Aber können wir wirklich alles genau gleich anwenden? Was passiert, wenn wir einen Fehler machen? In der Realität können wir nicht einfach auf den ‚Reset-Button‘ drücken und die Geschichte noch ein mal durchspielen. Wir müssen uns unseren Fehlern stellen. Aber können wir das noch, nachdem wir solange in einer Welt waren, in der wir eine Handlung tausend mal durchspielen konnten?

Der nächste Punkt auf unserer Liste wären dann wohl die Verbündeten. Wir machen uns auf die Suche nach Menschen, die die gleichen Ideen und Ziele wie wir haben. Werden wir welche finden, denen wir vertrauen können?

Eigentlich ist es ganz einfach. Doch was macht die Realität so uninteressant und öde für uns? Ist es, weil wir viel härter für unseren Erfolg kämpfen müssen oder weil alle unsere Tage fast identisch ablaufen?

Wenn uns das so sehr stört, warum ändern wir es nicht einfach. Wir sollten etwas finden, in das wir so viel Energie hineinstecken, dass es unser Leben vollkommen ausfüllt.

Vielleicht sind das immer noch die Computerspiele, aber vielleicht gibt es auch etwas, das unseren Hunger noch viel mehr befriedigt.

The Stanley Parable

‚The Stanley Parable‘; Hinter diesem Namen versteckt sich ein eigentlich ganz simples Computerspiel. Die Spielfigur Stanley arbeitet tagein, tagaus in seinem kleinen Büro und drückt dort stundenlang auf die Tasten, die auf dem Computer vor ihm angezeigt werden. Doch eines Tages bemerkt er, dass sein Computer schwarz bleibt und verlässt das Zimmer, um nachzuschauen, was los ist. Er merkt allerdings schnell, dass sämtliche Räume menschenleer waren.

Er entscheidet sich, auf die Suche nach seinen Mitarbeitern zu gehen. Dabei wird er von einer Erzählstimme begleitet, die ihm den Weg vorschlägt. Man kann sich jetzt entschliessen, den Wortes des Erzählers Folge zu leisten, oder aber
man entscheidet sich dagegen. Beispiel: Stalhroq-1nley kommt in einen Raum mit zwei offenen Türen. Der Erzähler weist ihn an durch die linke Tür zu gehen. Entweder folgt man dem Befehl und geht durch die linke Tür, oder man widersetzt sich und nimmt die rechte Tür. Je nach dem welche Entscheidungen man während des Spiels trifft, verändert sich die Geschichte.

Bei diesem Spiel gibt es also nicht nur ein Ende, sondern gleich 19. Diese sind zum Teil ziemlich verrückt. Bei einem wird man beispielsweise aufgefordert, vier Stunden lang einen Knopf zu drücken, um ein Baby vor de
m Verbrennen zu retten. Es existieren aber auch ganz simple, wie das Schliessen der Tür zu Stanleys Büro.

Zu Beginn bereitete mir das Spiel viel Vergnügen, doch mit der Zeit wurde es ein wenig langweilig, da sich der Anfang immer wiederholte.

Nachdem man das Spiel einige Male gespielt hat, fängt man sich langsam an zu fragen, wofür es den eigentlich gut sein sollte.
Dient es nur zum reinen Vergnügen oder hat es auch einen tieferen Sinn?
Ich denke, dass genau das Nachdenken zum Ziel der Entwickler gehört. Je nach dem wie man das Spiel spielt, kann einem der Erzähler sämtliche Entscheidungen abnehmen; man wird sozusagen von ihm kontrolliert. Ich frage mich auch, wer denn der Erzähler überhaupt ist; vielleicht Stanleys Chef, vielleicht ist die Stimme aber auch nur eine Erfindung seiner Psyche; ich bin zu keinem endgültigen Schluss gekommen..

Amateur Teens

‚Eine Gruppe 14-jähriger Teenager an einer Sekundarschule in Zürich – ganz normale Jugendliche, mit ganz normalen Sehnsüchten nach Liebe und Akzeptanz. Doch die Macht der Social Media mit ihren Hochglanzselfies und stetigem Druck nach Cooler und Sexier, zwingt die Kids immer mehr, ihre wahren Gefühle zu verleugnen.‘ (Ein Film von Niklaus Hilber)

Die 14-jährige Lara kommt in eine neue Klasse, doch statt dass die anderen sie willkommen heissen und sich mit ihr anfreunden, wird sie zum Mobbingopfer einer Mädchenclique. Als dann auch noch ein Nacktfoto von Lara mit der Überschrift ‚Taliban-Girl‘ die Runde macht, ist Lara zum Gespött der ganzen Schule geworden. Erst als sie bei einer Party mit fünf Jungs gleichzeitig Sex hat, wird sie plötzlich als Heldin gefeiert.

Laut dem Regisseur Niklaus Hilber basiert der Film zum Teil auf wahren Begebenheiten. Der Regisseur arbeitete ein halbes Jahr mit zwei Sekundarklassen zusammen, um mit ihnen unteranderem über Social Media und das erste Mal zu diskutieren. Dabei war er überrascht, wie viele Erfahrungen die Jugendlichen in ihren jungen Jahren bereits gemacht haben.

Ich kann Niklaus Hilber nicht widersprechen, denn es ist nun einmal eine Tatsache, dass Jugendliche mit den Errungenschaften des Internets viel früher Erfahrungen mit Drogen und Sex machen. Doch trotzdem war ich ziemlich überrascht, als Lara im Film einen ‚Gang-Bang‘ veranstaltet hat. Als ich vierzehn Jahre alt war, wusste ich zwar schon über Drogen und Sex Bescheid, doch ich wäre nie auf die Idee gekommen mit mehreren Jungs gleichzeitig zu schlafen.

Dazu möchte ich aber sagen, dass ich eher ein Landkind bin. Ich bin in einem relativ kleinen Dorf aufgewachsen, in dem fast jeder jeden kennt. Als ich dann zum ersten Mal ohne meine Eltern nach Zürich durfte, war ich ziemlich überrascht wie ‚anders‘ die Jugendlichen in einer grossen Stadt waren. Alles an ihnen war für mich komisch; wie sie sich kleideten, wie sie sich verhielten oder wie sie sich untereinander ausdrückten. Doch ich nehme an, dass sie das gleiche von mir und meinen Freundinnen dachten; sie waren die coolen Stadtkinder und wir die Landeier.

Schlimm finde ich dass nicht, aber ich denke den Film kann man nicht mit jeder Schule und allen Schülern in der Schweiz vergleichen. Schulen in Basel oder Zürich sind der im Film wahrscheinlich eher ähnlich, als der Bezirksschule in meinem Dorf.

Um noch einmal auf den ‚Gang-Bang‘ von Lara zurückzukommen. Wäre so etwas an meiner alten Bezirksschule vorgekommen, wären die Beteiligten sicher nicht zu Helden geworden, sondern sie würden wohl eher bei den meisten ziemlich untendurch sein. Was mich jetzt ziemlich interessiert, ist, wie so eine Sache wohl an anderen Schulen angenommen werden würde.

#Zeitgeist

Besessen von Computerspielen, handysüchtig, ständig auf Porno-Seiten unterwegs, nur ums Aussehen bedacht; so beurteilen viele Erwachsene die heutige Jugend. Doch ist die neue Generation wirklich so, wie sie immer dargestellt wird?

Bei #Zeitgeist geht es um genau dieses Thema. Der Film von Jason Reitman zeigt wie das Internet die Freundschaften der Menschen, ihre Kommunikation und ihr Liebesleben verändert hat. In vielen einzelnen Geschichten, die aber alle zusammenhängend sind, werden die Probleme des Internets dargestellt.

Mit diesem Film hat der Regisseur Jason Reitman einen Punkt angesprochen, der in der heutigen Zeit eigentlich sehr präsent ist. Doch wie fest kann man die Handlungen mit der realen Welt vergleichen? Steht es wirklich so schlimm um die Jugend? Im Film kommt keine einzige Person vor, die das Internet ’normal‘ benützt. Sämtliche Menschen haben ein Geheimnis oder ein gestörtes Verhalten, das sie vor ihren Mitmenschen zu verbergen versuchen.

Man fragt sich nun ob es in der Realität auch so zu und her geht. Fakt ist jedoch, dass der Film zwar Ähnlichkeiten mit der realen Welt zeigt, doch nicht alles ist ganz genau so. Vieles wird übertrieben und aufgebauscht dargestellt. Sicherlich, Jason Reitman wollte nur auf ein sehr wichtiges Thema aufmerksam machen, doch wurde das Image der Jugendlichen dadurch nicht nur noch mehr verschlechtert?

Wenn sich nun ein Erwachsener diesen Film anschaut ist er vielleicht geschockt, wie sehr die Jugendlichen in der Geschichte vom Internet abhängig sind. Überlegt er aber weiter und vergleicht den Film mit der Realität, so kommt er wahrscheinlich zum Schluss, dass die realen Jugendlichen ganz genau so sind, was ja nicht stimmt.

Ich bin mir sicher das es Ausnahmen gibt. Das gibt es immer. Doch ich kenne niemanden, den ich mit einer Person im Film vergleichen könnte. Natürlich besitzen die meisten ein Handy. Ich kenne auch viele, die Computergames spielen, doch dass heisst für mich nicht gleich, dass sie süchtig danach sind.

Grundgenommen spricht der Film ein wichtiges Thema an, über das man sich unbedingt selbst seine Gedanken machen soll. Das Internet macht einem zwar häufig das Leben leichter, trotzdem sollte man es mit einem gesunden Menschenverstand betrachten.

Das Phänomen Smartphone

Das Smartphone ist aus unserem Leben nicht mehr weg zu denken. Kurz die Mails checken, die Wettervorhersage anschauen oder sich mit Spielen die Zeit vertreiben. Das alles und noch viel mehr ist mit dem Smartphone möglich. Für viele Menschen ist das Handy deswegen lebensnotwendig geworden. 

Für viele Streitereien ist das Handy der Auslöser. Aber muss das wirklich sein? Ist es wirklich etwas schlechtes? Man stelle sich die Welt einmal ganz ohne Smartphones vor. Wäre sie besser?

Für einige Menschen wird diese Frage leicht mit Ja zu beantworten sein, doch für die Mehrheit wird dies schon schwieriger. Zurzeit ist ein Leben ohne Smartphones relativ schwer vorstellbar; die kleinen Geräte sind so in unserem Leben verankert, dass wir ohne sie regelrecht verloren wären. Schon die Kleinsten tippen auf ihren Handys herum, während Kinder in diesem Alter früher draussen im Dreck gespielt haben.

Doch welche Kinder haben wohl mehr Spass? Auf diese Frage gibt es meiner Ansicht nach keine richtige Antwort. Viele Menschen vergleichen die verschiedenen Generationen gerne miteinander ohne dabei zu bedenken, dass sich in der Zwischenzeit viel verändert hat.

Noch vor 20 Jahren galt man als verrückt, wenn man sich ein Handy zulegte, heutzutage wird man schräg angeschaut, wenn man keines hat. So ändern sich die Zeiten eben. Doch diese Veränderungen bringen auch viel Gutes mit sich. Man stelle sich einmal vor, was man ohne Whats App & Co. tun würde. Natürlich, es besteht immer noch die Möglichkeit einen Brief zu schreiben, doch der Aufwand für diesen ist viel grösser, als kurz eine Nachricht mit dem Handy zu versenden.

Das Smartphone ersetzt zudem auch einige Alltagsgegenstände, wie zum Beispiel die Kamera oder den Busfahrplan. Die immer neu erscheinenden Apps sind grösstenteils sehr hilfreich, unterhalten bei Langeweile oder fördern ganz bestimmte Fähigkeiten des Menschen.

Für mich gibt es viele Gründe ein Smartphone zu besitzen und ich werde auch in Zukunft Gebrauch davon machen. Doch trotz allem sollte man fähig sein, das Handy auch einmal ausgeschalten zu lassen.

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