‚Ah, Landa, da sind Sie ja.‘ – So beginnt die Sequenz, in der Emmanuelle Mimieux, besser bekannt als Shosanna Dreyfus, nach vielen Jahren wieder auf den Mann trifft, der ihre ganze Familie ausgelöscht hat.
Sie befinden sich in einem Privatzimmer eines vornehmen Restaurants. Die Kamera schwenkt auf Emmanuelle zu, so dass diese im Zentrum des Bildes steht. Im Hintergrund sieht man verschwommen das restliche Restaurant. Links und rechts neben ihr stehen zwei Männer, die eine Art Rahmen bilden und sie damit einschliessen. Rahmen scheinen in diesem Film eine wichtige Rolle zu spielen. Angefangen von der Szene ganz am Anfang des Filmes, in der ein Leintuch zur Seite gehoben und damit der Vorhang für die Nazis geöffnet wird, bis zu der jetzigen.
Landa blickt stehend zu Emmanuelle hinunter und seine Überlegenheit wird einem bewusst, ohne dass er etwas sagen muss. Die nahe Kameraeinstellung ermöglicht dem Publikum jede Gemütsregung in Emmanuelles Gesicht zu bemerken und so steigt die Spannung, als sie sich an die letzte Begegnung mit Landa zurückerinnert.
Während den Szenen läuft unüberhörbar eine immer lauter werdende Trommelmusik, die aus dem Horrorfilm ‚The Entity‚ stammt. Durch diese Musik wirkt die Szene umso spannender und als Zuschauer erwartet man fast schon, dass etwas geschieht.
Nach der Rückblende verschwindet die Musik abrupt und Landa bleibt mit Emmanuelle alleine zurück. Die einzigen Geräusche die man hört, sind durch Landa oder Emmanuelle selbst erzeugt worden; sonst ist es still. Die Kameraeinstellung wechselt nun ins Schuss-Gegenschuss-Prinzip, wobei teilweise über die Schulter des Zuhörenden gefilmt wird. Es ist nicht zu übersehen, dass sich Emmanuelle zu Tode fürchtet; etwa durch das stetige Vermeiden von Blickkontakt. Landa dagegen ist die Freundlichkeit in Person und bemüht sich Emmanuelle zu beruhigen, wobei er den Satz ‚Das hier ist eine reine Formalität‘ verwendet, was eine Anspielung auf das Gespräch mit dem französischen Bauern LaPadite ganz am Anfang des Filmes ist.
Eine weitere Anspielung passiert, als Landa, neben dem Strudel, ein Glas Milch für Emmanuelle bestellt. Wenn man beachtet, dass Emmanuelle auf einem Milchbauernhof aufgewachsen ist und auch auf einem solchen ihre gesamte Familie von Landa umgebracht wurde, erscheint diese Aktion etwas irritierend.
Als der Strudel endlich auf dem Tisch steht, scheint sich Emmanuelles Nervosität zu legen. Ohne sich daran zu stören den Mund voll zu haben, führt Landa sein ‚Gespräch‘ mit Emmanuelle weiter, wobei dieses mehrheitlich daraus besteht, dass er sie etwas fragt und sie mehr oder weniger freiwillig darauf Antwort gibt.
Nachdem er ihr eine Zigarette angeboten, fällt ihm plötzlich auf, dass er sie noch etwas fragen wollte. Die Kamera fährt langsam zu seinem Gesicht heran und bleibt schliesslich in einem Close-up stehen. Sein Gesicht wird plötzlich ernst, genauso wie dasjenige von Emmanuelle.
‚Es gab noch etwas, was ich Sie fragen wollte, aber es fällt mir beim besten Willen nicht ein. Wird wohl nicht so wichtig gewesen sein.‘
Und schon hat Landa wieder seine überaus freundliche Miene aufgesetzt und verabschiedet sich von Emmanuelle, nachdem er seine Zigarette im halbgegessenen Strudel ausgedrückt hat. Emmanuelle bleibt alleine im Restaurant zurück und bricht in Tränen aus.
Wer durch die vielen Anspielungen Landas, etwa die mit der Milch oder mit dem Satz ‚Dies ist eine reine Formalität‘, sein Spiel noch nicht durchschaut hat, dem wird mit dieser letzten Aktion auf jeden Fall klar, dass er weiss, wer sie ist. Er hätte die Möglichkeit sie in diesem Moment auffliegen zu lassen, doch er spielt lieber weiter mit seiner Macht und lässt sie mit ihrer Verzweiflung zurück.
Die Sequenz spielt in einem nobel eingerichteten Restaurant, das in ein helles, warmes Licht getaucht ist. Eigentlich nicht ein Schauplatz, den man wählen würde, um jemanden auffliegen zu lassen. Aber es passt sehr gut zu Landas ‚perfekter‘ Person, die er gegen aussen zu sein versucht. Auch seine Anspielungen würde ein Ausstehender als freundliches Benehmen abstempeln. Und so bleibt Emmanuelle nichts anderes übrig, als mitzuspielen, um sich nicht selbst zu verraten.

nley kommt in einen Raum mit zwei offenen Türen. Der Erzähler weist ihn an durch die linke Tür zu gehen. Entweder folgt man dem Befehl und geht durch die linke Tür, oder man widersetzt sich und nimmt die rechte Tür. Je nach dem welche Entscheidungen man während des Spiels trifft, verändert sich die Geschichte.
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